Macht, Psychoanalyse und institutionelle Selbstkorruption

(Update 1er février 2026: siehe auch mein früherer Kommentar « … immer noch nichts dazugelernt » zu H.E. Richter vom 20. Juni 2025):

Pouvoir, psychanalyse et auto‑corruption institutionnelle – Traduction en français par ChatGPT voir après ce texte en allemand:

Eine sehr kritische Stimme zur Psychganalyse und ihren Bezug zur eigenen Macht äusserte Horst-Eberhard Richter (1923-2011, de.wikipedia) in seinem Buch « Die hohe Kunst der Korruption, Erkenntnisse eines Politik-Beraters », 1989 Hoffmann und Campe.

Die Seiten 43-49 sind hier als Indirektes Zitat von ChatGPT als kurzen Text zusammengefasst:

<< Horst‑Eberhard Richter beschreibt seinen frühen Weg durch die Psychoanalyse zunächst als Lernprozess, der ihm Einsichten in die eigene Innenwelt vermittelte, ihn aber zugleich an die Grenzen einer Praxis führte, die den Blick auf die gesellschaftliche Realität zu verengen drohte. Nach mehreren Jahren Analyse löste er sich bewusst aus dieser Beziehung. Erst rückblickend erkannte er, dass sein Abbruch nicht nur fachliche Gründe hatte, sondern auch aus einem ungelösten inneren Konflikt gespeist war: aus verdrängter Aggression gegenüber der Mutter und aus der Angst, sich nicht aus einer frühen emotionalen Abhängigkeit befreien zu können. Diese unbewältigte Spannung habe sich bei ihm zeitweise in einer allgemeinen Feindseligkeit gegenüber Frauen niedergeschlagen, die er erst später als Ausdruck eines Macht‑ und Abwehrkampfes verstand.

Aus dieser persönlichen Erfahrung entwickelt Richter einen scharfen Blick auf die Strukturen psychoanalytischer Ausbildung. Er beobachtet, dass viele Kolleginnen und Kollegen jahrelang in sogenannten Lehranalysen verharren – nicht primär aus therapeutischer Notwendigkeit, sondern aus dem Wunsch heraus, selbst einmal Teil der Zunft zu werden. Diese langjährige Abhängigkeit, verbunden mit enormen zeitlichen, emotionalen und finanziellen Opfern, schaffe ein paradoxes System: Je grösser die geforderten Entbehrungen, desto heiliger erscheine das angestrebte Ziel. So entstehe eine abgeschlossene Fachwelt mit strenger Hierarchie, dogmatischer Theorie und ausgeprägter Loyalitätsmoral.

Richter betont, dass die Psychoanalyse als Methode zur Erschliessung des Unbewussten eine grosse kulturelle Errungenschaft sei. Gerade deshalb werde sie jedoch nirgendwo so wirkungsvoll neutralisiert wie in jenen Institutionen, die vorgeben, sie zu vertreten. Dort verwandle sie sich von einem Instrument der Erkenntnis in ein Mittel der Machtsicherung. Abweichung von der Lehrmeinung werde pathologisiert, Kritik als Ausdruck persönlicher Unreife gedeutet. Wer nicht gefügig sei, werde – scheinbar fürsorglich – erneut zum Patienten erklärt, um seine „Anpassung“ weiter zu bearbeiten.

Mit zunehmender Distanz beginnt Richter, diese Mechanismen auch aus der Perspektive der Machthabenden zu betrachten. Er kommt zu dem bitter‑ironischen Schluss, dass die führenden Funktionäre der psychoanalytischen Institute ihre eigene Wissenschaft höchst erfolgreich anwenden – allerdings nicht zur Erkenntnis, sondern zur Stabilisierung ihrer Macht. Durch verlängerte Ausbildungswege, verschärfte Prüfungen und hohe finanzielle Hürden selektieren sie besonders angepasste und opferbereite Kandidaten. Wer bereits enorme Summen investiert habe, könne es sich kaum leisten, das System in Frage zu stellen. Kritik lasse sich jederzeit mit diagnostischen Etiketten entschärfen.

Besonders eindrücklich schildert Richter, wie diese Machtelite die Reformbewegungen der späten 1960er‑Jahre überstand. Während an Universitäten und in Betrieben reale Mitbestimmung erkämpft wurde, blieben die psychoanalytischen Institute nahezu unberührt. Aufbegehren junger Analytikerinnen und Analytiker wurde kurzerhand als Ausdruck infantiler Konflikte gedeutet, die – wiederum auf der Couch – weiter zu bearbeiten seien. Auf diese Weise schrumpfte gesellschaftliche Kritik zu einem individuellen Entwicklungsproblem.

Richter kontrastiert diese Erfahrungen mit seiner Enttäuschung über die akademische Psychologie. Deren Machtforschung erscheine ihm weltfremd, weil sie Macht in messbare Motive und statistische Variablen zerlege, dabei aber den lebendigen, konflikthaften Kern menschlichen Handelns verfehle. Gefühle wie Wut, Lust, Ehrgeiz oder Angst tauchten kaum auf, da sie sich nicht sauber quantifizieren liessen. So gleiche diese Forschung dem bekannten Bild eines Menschen, der unter der Laterne sucht, weil es dort hell ist – obwohl das Verlorene im Dunkeln liegt.

Aus all dem zieht Richter eine grundlegende Einsicht: Macht ist kein abstraktes Motiv, sondern ein zutiefst psychodynamischer Prozess. Sie speist sich aus Angst, Abhängigkeit, Kränkung und Überlebensimpulsen – und ebenso aus Lust. Wer Macht ausübt, ohne diese inneren Quellen zu reflektieren, reproduziert unbewusst genau jene Strukturen, die er vielleicht zu bekämpfen vorgibt. Institutionen, die sich der Selbsterkenntnis verschreiben, sind deshalb besonders gefährdet, Macht zu verleugnen und zugleich zu perfektionieren.

Richters Analyse liest sich damit nicht nur als Kritik an der Psychoanalyse, sondern als allgemeines Lehrstück über Organisationen, Eliten und politische Systeme. Wo Kritik psychologisiert und Abweichung pathologisiert wird, erstarrt Entwicklung. Ein bewussterer Umgang mit Macht – individuell wie kollektiv – setzt voraus, dass wir unsere eigenen Motive, Ängste und Lustgewinne erkennen lernen. Ohne diese Arbeit bleiben Politik, Institutionen und selbst gut gemeinte Ideale Spielball unbewusster Dynamiken. >>

Mein Kommentar: als Volk und Eliten haben wir unsere Hausaufgaben geschwänzt. Wie bewusst werden, was Macht mit uns anstellt? Wir haben den Machtwillen fest in uns integriert, wollen es so. Um Macht auszuleben tun wir fast alles. Unreif pupertäre Verwerfungen im politischen Zirkus entwickeln ihr Eigenleben. Wir können das besser … auf längere Zeithin ein Muss, weil technische Weiterentwicklungen uns kollektiv immer schneller gefährden.

.a group of dolls are in a caged area.

Traduit en français par ChatGPT:

Pouvoir, psychanalyse et auto‑corruption institutionnelle

Citation indirecte / synthèse d’après « Die hohe Kunst der Korruption », 1989 (dans << le grand art de la corruption >>, son livre de 1989)

Horst‑Eberhard Richter décrit son entrée dans la psychanalyse comme un processus d’apprentissage intense, qui lui a permis de mieux comprendre sa vie intérieure, tout en lui révélant progressivement les limites d’une pratique tendant à se refermer sur elle‑même. Après plusieurs années passées sur le divan, il décide de mettre fin à l’analyse. Ce n’est que plus tard qu’il reconnaît que cette rupture ne relevait pas seulement de considérations professionnelles, mais qu’elle était aussi liée à un conflit intérieur non résolu : une agressivité refoulée envers la mère et la peur profonde de ne jamais parvenir à s’extraire d’une emprise affective précoce. Cette tension, restée longtemps inconsciente, s’est exprimée chez lui par une hostilité diffuse envers les femmes, qu’il identifiera plus tard comme une forme de lutte de pouvoir psychique.

À partir de cette expérience personnelle, Richter développe une critique sévère des structures de formation psychanalytiques. Il observe que nombre de ses collègues demeurent durant des années, voire des décennies, dans des « analyses didactiques », moins par nécessité thérapeutique que dans l’espoir d’être un jour admis au sein de la profession. Cette dépendance prolongée, assortie de sacrifices considérables en temps, en argent et en autonomie psychique, produit un paradoxe frappant : plus les renoncements exigés sont importants, plus l’objectif final apparaît désirable et sacralisé. Il en résulte un milieu clos, doté d’une hiérarchie informelle mais rigide, de dogmes théoriques figés et d’une morale de loyauté quasi sectaire.

Richter souligne que la psychanalyse, en tant que méthode d’accès à l’inconscient, constitue une conquête majeure de la pensée moderne. Mais c’est précisément cette force qui la rend vulnérable : là où elle est institutionnalisée sans esprit critique, elle se transforme en instrument de conservation du pouvoir. Toute divergence théorique ou institutionnelle est alors interprétée comme symptôme personnel, toute contestation comme signe d’immaturité psychique. Les élèves indociles sont requalifiés en patients, sous couvert de sollicitude thérapeutique, afin de parachever leur adaptation.

Avec le recul, Richter en vient à considérer ces mécanismes du point de vue même des détenteurs du pouvoir. Il leur reconnaît une maîtrise remarquable de leur propre science : ils appliquent la psychanalyse avec une grande efficacité, non pour élargir la connaissance, mais pour consolider leur position dominante. En prolongeant les parcours de formation, en durcissant les examens et en imposant des investissements financiers considérables, ils sélectionnent des candidats particulièrement dociles. Une fois engagés dans un tel système, rares sont ceux qui peuvent se permettre de le remettre en cause sans risquer de tout perdre. La critique est neutralisée par le diagnostic.

Richter décrit avec une ironie admirative la manière dont les élites psychanalytiques ont traversé les mouvements de contestation de la fin des années 1960 sans subir la moindre transformation structurelle. Tandis que les universités et les entreprises étaient contraintes d’évoluer sous la pression sociale, les instituts psychanalytiques ont maintenu, voire renforcé, leurs dispositifs de contrôle. Les aspirations démocratiques des jeunes analystes furent ramenées à des conflits infantiles non résolus, à retravailler – une fois de plus – sur le divan.

Cette expérience contraste fortement avec la déception que Richter éprouve à l’égard de la psychologie académique. Les recherches sur le pouvoir lui paraissent abstraites et éloignées de la réalité, parce qu’elles réduisent les dynamiques humaines à des variables mesurables, tout en ignorant les affects fondamentaux : peur, colère, désir, plaisir de dominer. La psychologie expérimentale lui rappelle l’image de l’homme qui cherche sous le réverbère parce qu’il y a de la lumière, alors que l’objet perdu se trouve dans l’obscurité.

Richter en tire une conclusion centrale : le pouvoir n’est pas un simple motif abstrait, mais un processus profondément enraciné dans la vie psychique. Il se nourrit à la fois d’angoisses, de dépendances et de blessures narcissiques, mais aussi de jouissance. Tant que ces ressorts restent inconscients, les individus comme les institutions reproduisent des formes de domination qu’ils prétendent souvent combattre. Les organisations vouées à la connaissance de l’homme sont, paradoxalement, parmi les plus exposées à cette dérive.

Ainsi, la réflexion de Richter dépasse largement le cadre de la psychanalyse. Elle offre une clé de lecture pour comprendre le fonctionnement des élites, des institutions et de la politique contemporaine. Là où la critique est psychologisée et la contestation pathologisée, toute évolution consciente devient impossible. Un rapport plus lucide au pouvoir – individuel et collectif – suppose d’oser regarder en face nos propres peurs, nos besoins de contrôle et les plaisirs que nous tirons de la domination. Sans ce travail, le vivre‑ensemble demeure prisonnier de dynamiques infantiles et destructrices.

Mon commentaire: en tant que peuples comme en tant qu’élites, nous avons séché nos devoirs. Comment devenir réellement conscients de ce que le pouvoir fait de nous ? Nous avons profondément intégré la volonté de puissance ; au fond, nous la voulons ainsi. Pour exercer le pouvoir, nous sommes prêts à presque tout. Des dérives immatures et pubertaires du cirque politique développent leur propre dynamique. Nous pouvons faire mieux — et, à long terme, cela devient une nécessité, car le développement technique accéléré nous met collectivement en danger de plus en plus rapidement.

.a gate with a bunch of skulls on it.